Unsere erste Version war ein Spiegel. Du hast Deine Aufgaben eingetragen, und am Ende stand da genau das, was Du eingetragen hattest. Hübsch sortiert, aber ohne eine einzige neue Erkenntnis.
Heute sagt Dir die Zeitfresser-Analyse, welche Aufgaben Du streichen, delegieren oder automatisieren kannst. Hier erzählen wir, wie wir dieses interaktive Freebie mit KI erstellt haben, obwohl wir beide nicht programmieren können.
Welches Problem sollte unser Freebie lösen?
Die Solopreneure, mit denen wir arbeiten, haben sich selbstständig gemacht, um freier zu sein. Nach ein paar Jahren sieht der Alltag oft anders aus: Mails, Rechnungen, Abstimmungen, Social Media. Die Arbeit, für die sie eigentlich angetreten sind, rutscht in die Abendstunden. Vieles davon ließe sich mit KI im Business und einfacher Automatisierung längst abgeben.
Das Tückische daran: Die meisten spüren, dass die Zeit verschwindet. Wohin genau, weiß kaum jemand, denn Zeitfresser zu erkennen ist im eigenen Alltag erstaunlich schwer.
Ein PDF mit zehn Zeitspar-Tipps kam für uns deshalb nie in Frage. Davon gibt es genug, und gelesen werden sie selten. Unser Lead-Magnet sollte etwas können, das ein Dokument nie kann: auf Dich reagieren. Wir wollten ein Tool, mit dem Du etwas tust und am Ende etwas über Dich erfährst. Und das uns zeigt, wo unsere Zielgruppe wirklich hängt.
Wie findet man die richtige Freebie-Idee?
Wir haben uns Ende Mai mit Claude hingesetzt und das Problem beschrieben: wer unsere Zielgruppe ist, was sie quält, was wir anbieten. Daraus sind fünf Ideen entstanden:
- Freedom-Check: Wie sehr kontrolliert Dein Business Dich?
- Zeitfresser-Analyse: Wo bleibt Deine Zeit wirklich?
- Nein-Sagen-Rechner: Was kostet Dich ein falsches Ja pro Jahr?
- KI-Agent Builder: Dein eigener KI-Assistent für eine konkrete Aufgabe
- Freedom Week Challenge: Fünf Tage, fünf Aufgaben für mehr Fokus
Das Spannende daran: Claude hat nicht nur die Ideen geliefert. Wir haben uns zu allen fünf direkt klickbare Prototypen bauen lassen. Innerhalb weniger Tage konnten wir jede Idee selbst durchklicken und spüren, ob sie trägt.
Wie testet man Freebie-Ideen, bevor man sie baut?
Fünf Prototypen sind schön. Fünf fertige Tools zu bauen, wäre Wahnsinn gewesen. Also haben wir gefragt.
Für jede Idee haben wir den Nutzen in maximal 100 Zeichen formuliert. Der Schmerz sollte im Vordergrund stehen, das Tool erst danach. Diese fünf Sätze haben wir in zwei Business-Netzwerken zur Abstimmung gestellt. Zwei Ideen lagen klar vorne: die Zeitfresser-Analyse und der KI-Agent Builder.
Diese Mini-Umfrage hat uns am wenigsten Zeit gekostet und am meisten Sicherheit gegeben. Wir haben danach nur noch gebaut, was Menschen aus unserer Zielgruppe wirklich haben wollten.
Wie baut man ein Freebie mit Claude?
Du beschreibst, was das Tool können soll. Claude baut eine HTML-Seite. Du klickst sie durch, sagst, was Dich stört, und Claude baut die nächste Version. Das klingt simpel, und das ist es auch. Die eigentliche Arbeit steckt in den Entscheidungen. Bei uns gab es drei Wendepunkte.
Wendepunkt 1: Vom Spiegel zur Diagnose
Die erste Version hat uns selbst nicht überzeugt. Unser Feedback an Claude war ziemlich direkt: Das Ergebnis zeigt nur, was ich sowieso schon aufschreibe. Es soll mir klar sagen, wo ich Zeit verliere und was ich abgeben oder komplett streichen kann.
Die Lösung: Claude bewertet jetzt jede einzelne Aufgabe und gibt ein klares Urteil ab. Streichen, delegieren, automatisieren, reduzieren oder behalten. Jeweils mit einer kurzen Begründung. Das ist die zweite Meinung von außen, die Dir im eigenen Alltag fehlt.
Wendepunkt 2: Ehrlich bleiben bei den Vergleichswerten
Zwischendurch hatten wir die Idee, Benchmarks einzubauen. Etwa: Solopreneure sollten höchstens einen bestimmten Anteil ihrer Zeit mit Verwaltung verbringen. Wir haben Claude gefragt, woher solche Zahlen kommen. Die Antwort war ehrlich: Eine belastbare Studie speziell für Solopreneure gibt es dafür nicht.
Also haben wir auf erfundene Richtwerte verzichtet. Claude bewertet Deine Aufgaben im Verhältnis zu Deiner eigenen Woche. Das ist ehrlicher und trifft trotzdem.
Wendepunkt 3: So einfach wie möglich
Anfangs mussten Nutzer ihre Aufgaben selbst einsortieren. Das haben wir komplett gestrichen. Heute wählst Du Deine Aufgaben aus einer Liste typischer Solopreneur-Aufgaben aus, schätzt Stunden und Aufwand, und die Einordnung übernimmt Claude. Als Nächstes möchten wir den Upload eines Kalender-Screenshots möglich machen, damit Du nicht mal mehr klicken musst.
Welche Tools braucht ein interaktives Freebie?
Das klingt nach viel Technik. Es sind fünf Bausteine, und jeder hat genau eine Aufgabe:
- Claude hat das Tool gebaut und arbeitet über eine Schnittstelle auch live mit: Es bewertet Deine Aufgaben, sobald Du auf Auswerten klickst.
- Netlify hostet die Seite und sorgt dafür, dass unsere Zugangsschlüssel geschützt im Hintergrund bleiben.
- Brevo nimmt Deine Eintragung auf und schickt Dir Dein Ergebnis per E-Mail.
- Airtable speichert die Ergebnisse, damit wir passende Tipps nachschicken können.
- Google Analytics zeigt uns, wo Menschen im Tool aussteigen. Natürlich nur, wenn Du dem Cookie-Banner zustimmst.
Programmiert haben wir davon nichts selbst. Auch die Anbindungen hat Claude geschrieben, inklusive einer Anleitung, welche Einstellung wo hinkommt.
Was bekommst Du, wenn Du die Zeitfresser-Analyse machst?
Der Ablauf dauert nur wenige Minuten:
- Du trägst Dich mit Deiner E-Mail-Adresse ein.
- Du wählst die Aufgaben aus, die Deine Woche füllen.
- Du schätzt für jede Aufgabe Stunden und Aufwand.
- Claude wertet aus und gibt Dir eine Kurzeinschätzung plus ein Urteil pro Aufgabe.
- Das Ergebnis landet zusätzlich in Deinem Postfach.
Ein ausgedachtes Beispiel, damit Du Dir das vorstellen kannst: Eine Grafikdesignerin wählt unter anderem E-Mails, Rechnungen schreiben und Kundenabstimmungen. Das Ergebnis könnte lauten: E-Mails reduzieren, Rechnungen automatisieren, Abstimmungen behalten, aber bündeln. Plötzlich hat ihr Gefühl von „zu viel Kleinkram“ eine Liste mit konkreten Stellschrauben.
Was wir heute anders machen würden
- Früher auf den Mehrwert schauen. Unser erster Prototyp sah fertig aus und war trotzdem wertlos. Frag Dich vor jedem Bauschritt: Was weiß die Nutzerin danach, was sie vorher nicht wusste?
- Sofort selbst durchklicken. Bei unserem ersten Prototypen funktionierten die Buttons nicht. Das hat Claude in einer Runde behoben. Gemerkt haben wir es aber nur, weil wir es direkt ausprobiert haben.
- Früher entscheiden, wo die Eintragung sitzt. Wir haben die Position mehrmals verschoben. Heute steht sie ganz am Anfang. Diese Frage klärst Du am besten, bevor Du baust, weil sie den ganzen Ablauf bestimmt.
Häufige Fragen
Muss ich programmieren können, um ein Freebie mit KI zu erstellen?
Nein. Wir können es beide nicht. Du musst beschreiben können, was Dein Tool tun soll, und ehrliches Feedback zu jeder Version geben.
Welche KI eignet sich, um ein interaktives Freebie zu bauen?
Wir arbeiten mit Claude. Claude baut HTML-Seiten, die Du sofort im Browser testen kannst, und kann über eine Schnittstelle auch live im fertigen Tool mitarbeiten.
Wie lange dauert es, ein Freebie mit Claude zu bauen?
Von den ersten Ideen bis zum fertigen Paket für Netlify vergingen bei uns rund vier Wochen. Den größten Teil davon haben Entscheidungen gebraucht, der Bau selbst ging schnell.
Wie teste ich, ob eine Freebie-Idee ankommt?
Formuliere den Nutzen jeder Idee in einem kurzen Satz und frag Deine Zielgruppe, zum Beispiel in einem Netzwerk oder per Umfrage auf LinkedIn. Baue erst danach.
Probier’s aus: Dein interaktives Freebie in drei Schritten
Ein interaktives Freebie mit KI zu erstellen, ist einfacher, als es klingt. Fang so an:
- Beschreib Claude das Problem Deiner Zielgruppe in zwei, drei Sätzen und lass Dir fünf Ideen für ein interaktives Tool geben.
- Lass Dir zu jeder Idee einen klickbaren Prototyp bauen und frag Deine Zielgruppe, welche sie wirklich will.
- Bau die Gewinner-Idee Schritt für Schritt weiter. Erst das Tool, dann Eintragung und E-Mail.
Und wenn Du vorher sehen willst, wie sich so ein Tool anfühlt: Mach die kostenlose Zeitfresser-Analyse und finde heraus, welche Aufgaben Du streichen, delegieren oder automatisieren kannst.

